Pressemitteilung Nr. 19/827 Politze und Bratmann: VW-Vorstände sollen Visionen entwickeln statt abzuwickeln Pressemitteilung Nr. 19/827 24. August 2026 Die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag fordert den Chef des Volkswagen-Konzerns, Oliver Blume, zu klaren Bekenntnissen zu den Standorten und Arbeitsplätzen im Unternehmen auf. „Unsere Positionen sind klar: Wir wollen keine Herauslösung der Marke VW aus dem Konzern, keine perspektivlose Schließung von Standorten und keine Entscheidungen gegen den Betriebsrat“, sagte der Fraktionsvorsitzende, Stefan Politze, am (heutigen) Montagabend nach Besprechungen mit Arbeitnehmervertretern im Werk von Volkswagen Nutzfahrzeuge in Hannover. Am Dienstag beginnt bei Volkswagen eine Reihe von außerordentlichen Betriebsversammlungen, bei denen Blume und Mitvorstände Rede und Antwort zu ihren Zukunftsplänen stehen sollen. Insbesondere dürfte es um die Zukunft verschiedener Standorte in Deutschland ab dem Jahr 2030 gehen. „Dabei können die Manager endlich ihre Aufgabe erfüllen. Ein Vorstand soll gestalten, nicht verunsichern. Er soll entwickeln, nicht abwickeln. Und er soll auch darüber kommunizieren, damit sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zuversichtlich und mit neuer Energie für die Zukunft des gemeinsamen Unternehmens einsetzen können“, sagte der SPD-Politiker. Das alles habe der Vorstand in den vergangenen Wochen unterlassen und stattdessen Beschäftigte, Partner und Kunden mit seiner desaströsen Kommunikation verunsichert. „Die SPD-Fraktion steht klar an der Seite der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Volkswagen und seinen Zulieferern“, ergänzte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Christoph Bratmann. So wie die Belegschaft mit guter Arbeit ihren Beitrag zum Erfolg des Konzerns beitrage, bemühe sich die Politik um gute Rahmenbedingungen. Doch beides greife nicht, wenn die Strategie der Unternehmensführung unklar sei, betonte Bratmann. „Dass der Vorstand an einer dauerhaft tragfähigen Wirtschaftlichkeit des Konzerns arbeiten muss, steht außer Frage. Dafür braucht es aber endlich eine langfristige und belastbare Strategie“, sagte Bratmann. „Es kann nicht sein, dass immer neue Zahlen zum Personalabbau öffentlich kursieren, während die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht wissen, woran sie sind. Ebenso wenig überzeugt es, wenn ausgerechnet die Schließung ganzer Standorte immer wieder als langfristige Option gehandelt wird. Wer heute Standorte aufgibt, müsste neue Kapazitäten im Zweifel später mit großem Aufwand neu aufbauen. Das ist weder strategisch noch wirtschaftlich überzeugend“, sagte Bratmann. Sowohl Niedersachsen als auch Volkswagen verfügten aktuell über gute Standortchancen, betonten Politze und Bratmann. Schützenswert sei auch die besondere Konstruktion mit einer klaren Mitsprache von Mitarbeitervertretung und Landesbeteiligung. „Das VW-Gesetz ist gut. Es hat sich in den vergangenen Jahrzehnten, insbesondere in schlechten Zeiten, bewährt und steht darum nicht zur Disposition“, schloss der Fraktionsvorsitzende. Pressemitteilung von: Christoph Bratmann Stefan Politze Fraktionsvorsitzender