Pressemitteilung Nr. 18/940

Bosse und Logemann: Miteinander von Mensch und Wolf stärken – Wolfsmanagement nach französischem Beispiel etablieren

Pressemitteilung Nr. 18/940

Seit dem erstmaligen Nachweis des Wolfes in Deutschland vor circa zwanzig Jahren hat dieser fortlaufend weitere Gebiete in der Bundesrepublik wiederbesiedelt. In Teilen der Bevölkerung sowie bei Weidetierhaltern führt die Etablierung des Wolfes zu Unsicherheiten und Ängsten. Für die SPD-Fraktion erklärt die landwirtschaftspolitische Sprecherin, Karin Logemann: „Der Wolf ist und bleibt eine streng geschützte Art, deren günstigen Erhaltungszustand wir auf Bundesebene endlich definieren müssen. Wir müssen das Zusammenleben mit dem Wolf neu organisieren und dabei die unterschiedlichen Interessen versöhnen.“

Nach offiziellen Angaben der Dokumentation- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) gibt es in Deutschland 57 Wolfsrudel, 12 Wolfspaare sowie 6 territoriale Einzeltiere. „Wir erleben einen signifikanten Anstieg der Wolfspopulation in den letzten zehn Jahren. Im Durchschnitt gab es pro Jahr 60 Prozent mehr nachgewiesene Territorien“, ergänzt die SPD-Politikerin. Laut Logemann ginge es darum, die Akzeptanz gegen über dem Wolf zu erhöhen und zeitgleich die Sorgen der Bevölkerung sowie der Weidetierhalter ernst zu nehmen.

Laut Marcus Bosse, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, zielt der Entschließungsantrag der Regierungsfraktionen von SPD und CDU in Niedersachsen darauf ab, dass die Erfassung der in Deutschland ansässigen Wölfe optimiert werde. „Der Wolf wird weiter Bestandteil Niedersachsens bleiben. Auf Bundesebene müssen jedoch die Voraussetzungen für ein besseres Wolfsmanagement geschaffen werden. Analog zum französischen Modell muss zu diesem Zweck auch eine Untergrenze zur Sicherung des guten Erhaltungszustandes des Wolfes definiert werden.“

Man wolle mit dem Entschließungsantrag auch die Unterstützung der Weidetierhalter verbessern und sich weiterhin auf Bundesebene für eine Weidetierprämie für Schafe und Ziegen einsetzen. „Diese könnte aus der 1. Säule der GAP finanziert werden“, so Logemann: „Wir müssen die Gefahr von Nutztierrissen reduzieren. Natürlich lässt sich nicht aus jeder Wiese ein Hochsicherheitstrakt machen, schon gar nicht im Deichvorland und in andern spezifischen Regionen. Besonderes Augenmerk muss zwingend aber weiterhin auch auf guten und sinnvollen Schutzmaßnahmen liegen.“

Ein Punkt des Antrags sieht vor, dass der Wolf in das Niedersächsische Jagdgesetz aufgenommen werden soll. „Dies ändert jedoch erst einmal nichts an dem strengen Schutzstatus des Wolfes nach Europa- und Bundesrecht und ist eher als perspektivisches Signal für ein stärkeres Wolfsmanagement zu verstehen“, betont Marcus Bosse. Zunächst müssten jedoch auf Bundesebene die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden.