Pressemitteilung Nr. 18/894

Statement des umweltpolitischen Sprechers Marcus Bosse zur Atomendlagersuche

Pressemitteilung Nr. 18/894

„Deutschland hat eine Verantwortung, seinen Atommüll in einem nationalen Endlager zu entsorgen – diese Verantwortung können, dürfen und wollen wir nicht auf andere Länder abschieben. In einem ersten Schritt zu einem geeigneten Endlager wurde vergangene Woche der erste Teilbericht der BGE vorgestellt, der zunächst wenig aussagekräftig ist. Im ersten Schritt wurden die Standorte ausgeschlossenen, die aufgrund ihrer Beschaffenheit des Wirtsgesteins für ein atomares Endlager als ungeeignet erscheinen. Dass Niedersachsen auf der Karte der BGE nicht großflächig ausgeschlossen ist, liegt an dem weiten Vorkommen von Steinsalz, Ton- sowie Kristallingestein. Eine Vorfestlegung ist dies jedoch keineswegs: In Folgestufen werden Aspekte der Raumplanung berücksichtigt, dann folgt die ober- sowie die untertägige Untersuchung, die das Analysebild vervollständigen sollen.

Wichtig ist, dass die Entscheidung über ein Endlager nicht aus politischen Erwägungen getroffen wird, sondern auf einer fundierten, wissenschaftlichen Datengrundlage beruht. Es ist für die Akzeptanz bei den Bürgerinnen und Bürgern zwingend erforderlich, dass der Auswahlprozess ergebnisoffen und transparent durchgeführt wird. Wir stellen uns einer verantwortungsvollen nationalen Aufgabe. Klar ist, dass keines der Bundesländer und Regionen sich aus der Verantwortung stehlen darf. Mich erstaunt es doch sehr, dass gerade Bayern versucht, per politischem Beschluss ein Endlager in seinem Bundesland auszuschließen – all das, obwohl gerade Bayern massiv von der Atomenergie profitiert hat. Dass die CSU-Staatsregierung versucht, einem Endlager in ihrem Land eine pauschale Absage zu erteilen, empfinde ich als Frechheit!“