Pressemitteilung Nr. 18/486

Statement des umweltpolitischen Sprechers Marcus Bosse zum klimaneutralen Bauen

Pressemitteilung Nr. 18/486

„Das auf Bundesebene auf den Weg gebrachte Klimaschutzprogramm sieht ein Verbot von Neuzulassungen bei Ölheizungen ab 2026 vor. Nach einem Übergangszeitraum ist dies für uns als SPD-Fraktion ein sinnvoller Schritt.

Der von den Grünen vorgelegte Gesetzesentwurf weist sicherlich einige sinnvolle Punkte auf, die jedoch in weiten Teilen bundespolitische Vorhaben aufkochen. Zudem sind Passagen, wie das Verbot von Ölheizungszulassungen ab 2020, absolut unrealistisch. Es ist völlig illusorisch nach dem Hauruck-Prinzip solche Vorschreibungen zu machen, denn in der Realität gibt es Menschen, die nicht von jetzt auf gleich umsteigen können. Der Entwurf verkennt die Realitäten, gerade im ländlichen Raum. Wir als SPD-Landtagsfraktion wollen Menschen in Sachen Klimaschutz mitnehmen und über Anreize zu einem klimabewussteren Leben motivieren, statt wahllos Wege vorzuschreiben und auf deren strikte Umsetzung zu pochen.

Darüber hinaus vertrauen wir im Kontext der Ölheizungen auf unser qualifiziertes Handwerk und unsere ArchitektInnen, denn beide Bereiche sind in Niedersachsen gut aufgestellt. In der Realität ist es schwer vorstellbar, dass ein fachkundiger Handwerker oder Architekt noch zu einem Einbau einer Ölheizung rät. Auch ein Bauherr ist schlecht beraten, wenn er auf eine Ölheizung besteht, da er damit den Wert seiner Immobilie perspektivisch mindert. Im Kontext des Klimaschutzprogramms sollen zudem im Neubau und Bestand zukünftig Hybridlösungen möglich sein, sodass auch bestehende Anlagen klimafreundlicher werden können.

Klimaneutrales und bezahlbares Bauen dürfen sich nicht ausschließen. Als SPD-Landtagsfraktion stehen wir für preisgünstiges Bauen und vertreten die Auffassung, dass Bauen darf nicht teurer werden, jeder muss es sich leisten können. Klimaneutralität ist beim Wohnungsbau ein wichtiges Element und inzwischen auch weit verbreitet, dennoch müssen wir aufpassen, durch zusätzliche Regularien und Auflagen das Bauen nicht weiter zu verkomplizieren.“