Pressemitteilung Nr. 18/618

Schwarz und Glosemeyer: Kinderschutz weiterentwickeln – Beratung stärken

Pressemitteilung Nr. 18/618

Vor dem Hintergrund der jüngsten Fälle von Kindesmissbrauch wollen die Regierungsfraktionen von SPD und CDU den Kinderschutz und das Jugendhilfesystem in Niedersachen neu aufstellen. Dazu haben die Koalitionäre einen Maßnahmenkatalog formuliert, der unter anderem vorsieht, Kindergärten, Schulen, Gesundheitswesen und Jugendhilfe per Gesetz zur Zusammenarbeit zu verpflichten.

Zudem sollen die kommunalen Spitzenverbände in Kooperation mit dem Landesjugendamt und dem Landesjugendhilfeausschuss ein umfassendes Gesamtkonzept für die künftige Kinder- und Jugendhilfe erarbeiten. „Dieses Konzept soll insbesondere den Schutz vor sexuellem Kindesmissbrauch in Tagesstätten, Schulen, Vereinen und Verbänden sowie Einrichtungen der Flüchtlingshilfe in den Blick nehmen“, erklärt der sozialpolitische Sprecher Uwe Schwarz.

Die vielfältigen Anlauf- und Beratungsangebote in Niedersachsen müssen transparenter und bekannter werden. „Im Raum Braunschweig und Südniedersachen sollen neue Kinderschutzzentren entstehen. Parallel dazu wollen wir die Beratungsfunktion der derzeit vier Kinderschutzzentren in Niedersachsen ausbauen und insbesondere die ländlichen Gebiete dabei einbeziehen“, so die jugendpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Immacolata Glosemeyer.

Mit einem sogenannten „Niedersachsenstandard“ könne man nach Ansicht der SPD-Landtagsfraktion einheitliche Kriterien für die Auswahl von Pflegefamilien sowie Betreuungsschlüssel festlegen. Dazu der SPD-Sozialexperte Uwe Schwarz: „Dieser Standard würde zugleich den Fort- und Weiterbildungsbedarf vereinheitlichen und die Zusammenarbeit zwischen den Schnittstellen koordinieren. Außerdem sprechen wir uns dafür aus, bundesweit einheitliche Standards bei Dokumentations- und Informationspflichten einführen. Dazu gehört, dass die Jugendhilfe umfassendere Kontrollmöglichkeiten erhält.“

Die SPD-Landtagsfraktion nimmt vor dem Hintergrund der Missbrauchsfälle in einem rumänischen Kinderheim auch die Auslandspädagogik in den Blick: „Wir setzen uns dafür ein, dass dem Landesjugendamt verpflichtend gemeldet werden muss, wenn Kinder in Einrichtungen ins Ausland geschickt werden“, erklärt Immacolata Glosemeyer, jugendpolitische Sprecherin der SPD-Landtagspolitik.

Die SPD-Landtagfraktion setzt sich weiterhin dafür ein, den Kinderschutz sowie Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern.