Pressemitteilung Nr. 19/700 Schüßler: Honoraranpassungen bei Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten – Schwieriges Signal in angespannter Versorgungslage Pressemitteilung Nr. 19/700 19. März 2026 Die Nachfrage nach psychotherapeutischer Versorgung ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Viele Patientinnen und Patienten berichten weiterhin von langen Wartezeiten und Schwierigkeiten, zeitnah einen Therapieplatz zu finden. Vor diesem Hintergrund stoßen die im Bewertungsausschuss auf Bundesebene beschlossenen Anpassungen bei der Vergütung psychotherapeutischer Leistungen auf Kritik bei den Berufsverbänden. „Gerade angesichts des hohen Bedarfs und der bestehenden Herausforderungen beim Zugang zu Therapieplätzen ist die Absenkung von Honoraren ein schwieriges Signal“, erklärt die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag, Claudia Schüßler. „Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten leisten einen unverzichtbaren Beitrag für die Versorgung vieler Menschen. Dafür brauchen sie verlässliche und angemessene Rahmenbedingungen. Die aktuelle Entwicklung darf zudem nicht zu Lasten gerade der gesetzlich Versicherten gehen, die bereits heute vielerorts lange auf einen Therapieplatz warten.“ Zugleich liegt die Ausgestaltung der Vergütung allein in der Verantwortung der gemeinsamen Selbstverwaltung auf Bundesebene. Die Entscheidung wurde im erweiterten Bewertungsausschuss getroffen, in dem neben Vertreterinnen und Vertretern der Ärzteschaft und der gesetzlichen Krankenkassen auch unabhängige Sachverständige eingebunden wurden. „Die aktuelle Diskussion macht aber auch deutlich, dass die entscheidenden Herausforderungen in der Versorgung über die Frage der Vergütung hinausgehen“, erklärt Schüßler. „Es geht vor allem um einen besseren und schnelleren Zugang zu Therapieangeboten, eine bedarfsgerechte Planung und eine stärkere Steuerung der Versorgung, damit Patientinnen und Patienten die Hilfe erhalten, die sie benötigen.“ In Niedersachsen wird die Weiterentwicklung der psychotherapeutischen Versorgung bereits an mehreren Stellen vorangetrieben. Dazu gehören unter anderem die Stärkung von Ausbildung und Nachwuchsgewinnung sowie Verbesserungen bei Planung und Koordination der Angebote. „Der zentrale Hebel für eine spürbare Verbesserung der Versorgung ist aber die Reform der Bedarfsplanung auf Bundesebene, damit der tatsächliche Bedarf an Therapieplätzen künftig besser abgebildet wird“, so Schüßler weiter. „Dafür haben sich sowohl die niedersächsische Landesregierung als auch die SPD-Fraktion im Landtag wiederholt eingesetzt und werden dies auch weiterhin mit Nachdruck tun.“ Abschließend richtet Schüßler den Blick auf die weitere Entwicklung: „Jetzt kommt es darauf an, dass die gemeinsamen Gremien der Selbstverwaltung zu Lösungen kommen, die sowohl die berechtigten Anliegen der Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten berücksichtigen als auch eine tragfähige Finanzierung der Versorgung sichern.“ Pressemitteilung von: Claudia Schüßler