Pressemitteilung Nr. 19/854

Retzlaff: Frauen dürfen auf dem Arbeitsmarkt nicht länger draufzahlen

Pressemitteilung Nr. 19/854

Frauen verdienen in im bundesdeutschen Durchschnitt und auch in Niedersachsen noch immer deutlich weniger als Männer. Der Gender Pay Gap lag 2025 bei rund 16 Prozent. Im Schnitt erhalten Frauen damit pro Stunde 4,10 Euro weniger als ihre männlichen Pendants. Die Regierungsfraktionen aus SPD und Grünen wollen deshalb mit dem am (heutigen) Freitag eingebrachte Antrag die Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt weiter verbessern und bestehende Hürden abbauen.

„Dass Frauen im Schnitt noch immer deutlich weniger verdienen, können wir nicht hinnehmen. Hinter der Lohnlücke stehen oft ganz konkrete Hürden: Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit, übernehmen mehr Sorgearbeit und haben schlechtere Chancen auf gut bezahlte Führungspositionen. Diese Strukturen wollen und müssen wir verändern“, sagt die arbeitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Julia Retzlaff.

Der Antrag setzt deshalb an mehreren Stellen an. Niedersachsen soll die Koordinierungsstellen Frauen und Wirtschaft weiter stärken und Frauen besser unterstützen, wenn sie ein Unternehmen gründen wollen. Schulen sollen noch stärker für eine Berufswahl werben, die sich nicht an alten Rollenbildern orientiert. Zugleich soll das Land flexible Arbeitszeiten ausbauen und Frauen den Wiedereinstieg nach Elternzeit oder längeren Phasen der Sorgearbeit erleichtern.

„Gleichstellung ist auch eine Frage wirtschaftlicher Vernunft. Wir können es uns angesichts des Fachkräftemangels nicht leisten, die Fähigkeiten und die Arbeitskraft von Frauen auszubremsen. Wer mehr Fachkräfte gewinnen will, muss dafür sorgen, dass Frauen ihre beruflichen Möglichkeiten tatsächlich nutzen können“, so Retzlaff.

Der Antrag nimmt auch Künstliche Intelligenz in den Blick. Ein Zukunftsdialog soll untersuchen, wie sich Benachteiligungen durch KI vermeiden lassen und wie mehr Frauen den Weg in digitale Berufe finden können. Gleichzeitig soll sich die Forschung stärker damit befassen, wie Algorithmen Frauen benachteiligen können.

„KI darf alte Rollenbilder und Benachteiligungen nicht einfach digital fortschreiben. Wir müssen jetzt darauf achten, dass neue Technologien faire Chancen schaffen. Dazu gehört auch, dass deutlich mehr Frauen diese Technologien entwickeln und mitgestalten“, sagt Retzlaff.

Auf Bundesebene soll Niedersachsen zudem für ein Steuerrecht werben, das Frauen nicht länger benachteiligt und die Lebensrealität von Alleinerziehenden stärker berücksichtigt.

„Unser Ziel ist klar: Frauen sollen selbst entscheiden können, wie sie arbeiten und welchen beruflichen Weg sie gehen – ohne dass alte Rollenbilder oder schlechte Rahmenbedingungen ihnen Grenzen setzen. Und gleiche Arbeit muss endlich auch gleich bezahlt werden“, so Retzlaff.

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