Pressemitteilung Nr. 19/852

Meyn: Jedes Kind kann mehr – Qualitätsoffensive setzt auf treffsichere Förderung und bessere Leistungen

Pressemitteilung Nr. 19/852

Niedersachsen will die Qualität an seinen Schulen weiter verbessern. Die Fraktionen von SPD und Grünen haben dazu am (heutigen) Freitag eine umfassende Qualitätsoffensive in den Landtag eingebracht. Sie reagieren damit auf den aktuellen PISA-Schock und die Ergebnisse des IQB-Bildungstrends. Im Mittelpunkt stehen mehr Lernzeit, starke Basiskompetenzen und mehr Bildungsgerechtigkeit.

Spitzengruppe ist der Anspruch – Schluss mit Entscheidungen aus dem Bauch heraus

„Niedersachsen im Mittelfeld – das entspricht nicht unserem Anspruch! Mittelmaß darf für unser Land niemals der Maßstab für die Zukunftsfähigkeit unserer Kinder sein“, betont der SPD-Landtagsabgeordnete Philipp Meyn. „Wir müssen aufhören, Schule aus dem Bauch heraus oder nach dem Motto ‚Das haben wir immer schon so gemacht‘ zu steuern – evidenzgestützt zu handeln heißt schlicht, dass wir im Unterricht exakt die Methoden einsetzen, deren Erfolg die Wissenschaft schwarz auf weiß bewiesen hat.“

Mit dem Programm „Sichere Basis“ erhalten Grundschulen bereits drei zusätzliche Unterrichtsstunden, um Lesen, Schreiben, Rechnen und soziales Lernen stärker zu fördern. Programme wie „Lesen macht stark“, „Mathe macht stark“, Lesebänder und digitale Diagnosetools ergänzen diesen Ansatz. Zugleich sollen Schulen verlässliche Daten stärker nutzen, um früh zu erkennen, wo Kinder Unterstützung brauchen und welche Angebote wirken.

Daten wie ein Navi nutzen – Lehrkräfte gezielt fortbilden

Meyn stellt klar, dass diese Daten kein Kontrollinstrument für Schulen sind, sondern als Orientierung dienen müssen: „Wir setzen Daten ein wie ein Navi: Sie zeigen uns exakt, wo wir stehen, wo die Hindernisse liegen – und führen uns auf dem schnellsten Weg zum Lernerfolg. Wenn wir mit digitalen Werkzeugen früh erkennen, ob ein Kind am Buchstabenlesen oder am Textverständnis scheitert, können wir zielgenau helfen. Das ist treffsichere Unterstützung statt pauschaler Gießkanne.“

Um diese Methoden sicher im Unterricht einzusetzen, leitet das Land einen klaren Kurswechsel in der Ausbildung ein, indem Schritt für Schritt eine verpflichtende Fortbildung für Lehrkräfte eingeführt wird. Gleichzeitig erhalten Schulen über den sogenannten Freiräumeprozess mehr Eigenverantwortung.

Soziale Herkunft als Nadelöhr überwinden

„In kaum einem anderen Land hängt der Bildungserfolg so stark vom Geldbeutel oder der Herkunft der Eltern ab wie bei uns. Diese soziale Ungerechtigkeit ist das eigentliche Nadelöhr unseres Bildungssystems“, so der frühere Lehrer Meyn. „Es darf in Niedersachsen schlichtweg keine Rolle spielen, aus welchem Elternhaus ein Kind kommt. Genau daran arbeiten wir mit dieser Qualitätsoffensive – für echte Chancengerechtigkeit an jedem Schulstandort.“

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