Pressemitteilung Nr. 19/668 Lottke: Soziale Beratung in Niedersachsen stärken und neu ausrichten Pressemitteilung Nr. 19/668 29. Januar 2026 Wenn Menschen in eine soziale Notlage geraten, brauchen sie schnelle Hilfe, klare Orientierung und eine verlässliche Anlaufstelle. Genau dafür setzt sich die SPD-Landtagsfraktion ein. Mit einem am (heutigen) Donnerstag eingebrachten Antrag im Landtag will sie die soziale Beratung in Niedersachsen gezielt weiterentwickeln, Zugänge verbessern und Unterstützung wirksamer gestalten. „Soziale Beratung ist oft der erste Rettungsanker, wenn Menschen nicht mehr weiterwissen“, sagt Oliver Lottke, Vorsitzender des Ausschusses für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung. „Sie hilft bei Geldsorgen, familiären Krisen, Pflegefragen, psychischen Belastungen oder nach der Ankunft in einem neuen Land. Trotzdem wissen viele nicht, wo sie diese Hilfe finden.“ In Niedersachsen tragen vor allem die Verbände der Freien Wohlfahrtspflege sowie kommunale und freie Träger dieses Beratungsnetz. Ihre Mitarbeitenden leisten Tag für Tag engagierte und fachlich starke Arbeit. Doch die Rahmenbedingungen ändern sich spürbar. Immer mehr Ratsuchende kommen mit mehreren Problemen zugleich. Gleichzeitig fehlen Fachkräfte, Kosten steigen und Strukturen wirken oft unübersichtlich – besonders im ländlichen Raum. „Die Probleme der Menschen kommen heute selten allein. Wer finanzielle Sorgen hat, kämpft oft auch mit psychischem Druck oder familiären Belastungen. Darauf muss sich das Hilfesystem einstellen“, so Lottke. Die SPD-Fraktion fordert deshalb eine externe wissenschaftliche Untersuchung. Sie soll zeigen, wie soziale Beratung künftig verständlicher, erreichbarer und dauerhaft tragfähig arbeiten kann. Im Mittelpunkt stehen niedrigschwellige Erstberatungsangebote, die als erste Anlaufstelle dienen und Ratsuchende gezielt an spezialisierte Hilfen weiterleiten. „Allgemeine Sozialberatung funktioniert wie eine Hausärztin im Gesundheitssystem“, sagt Lottke. „Sie hört zu, sortiert und lotst weiter. Damit das gelingt, brauchen wir klare Strukturen und gute Erreichbarkeit – in der Stadt genauso wie auf dem Land.“ Die Untersuchung soll zunächst die Beratungsangebote betrachten, die das Land Niedersachsen bereits fördert. So können regionale Unterschiede sichtbar gemacht, Engpässe benannt und Wege aufgezeigt werden, wie Träger besser zusammenarbeiten können. Auch die Erfahrungen der Ratsuchenden und der Träger sollen einfließen. „Wir wollen keine Lösungen am Schreibtisch“, betont Lottke. „Wir wollen wissen, was in der Praxis funktioniert und wo Menschen heute scheitern.“ Mit dem Antrag reagiert die SPD-Landtagsfraktion auf wachsende, soziale Herausforderungen: Steigende Armut, gesellschaftliche Umbrüche und Fachkräftemangel erhöhen den Druck auf die Beratungsstellen. Ohne verlässliche soziale Beratung drohen Menschen schneller den Halt zu verlieren – mit Folgen für Gesundheit, Teilhabe und Zusammenhalt. „Wenn wir jetzt handeln, sichern wir eine tragende Säule unserer sozialen Infrastruktur. Soziale Beratung wirkt leise, aber sie wirkt. Deshalb müssen wir sie stärken – für heute und für die Zukunft“, so Lottke abschließend. Pressemitteilung von: Oliver Lottke