Pressemitteilung Nr. 19/734

Hillberg: Bildbasierte sexualisierte Gewalt geht besonders die Männer an

Pressemitteilung Nr. 19/734

Bildbasierte, sexualisierte Gewalt ist nach Ansicht der SPD-Landtagsabgeordneten Antonia Hillberg keine Frauensache, sondern ein Thema für die gesamte Gesellschaft. Dabei seien ausdrücklich die Männer mitgemeint. „Unangenehm berührt sein reicht bei solchen Fällen nicht aus, Schweigen und Ignorieren macht nichts besser“, sagte Hillberg am (heutigen) Mittwoch während der Plenarsitzung des Niedersächsischen Landtags.

Zuvor hatte Justizministerin Kathrin Wahlmann in einer von der SPD-Fraktion beantragten Fragestunde über den aktuellen Stand im Kampf gegen bildbasierte Übergriffe informiert. Das Land setzt sich auf Bundesebene erfolgreich dafür ein, dass bislang nicht strafbare Herabwürdigungen beispielsweise durch KI-Pornos schärfer oder überhaupt geahndet werden. Nicht erst seit dem Fall Fernandes/Ulmen sei dies ein zentrales Thema Wahlmanns, stellte Hillberg klar.

„Bildbasierte sexualisierte Gewalt ist zwar ein neues Phänomen, aber steht leider in einer jahrtausendealten Tradition der Herabwürdigung von Frauen zum Machterhalt“, so die SPD-Politikerin. Bei der Aufarbeitung seien insbesondere die Männer gefragt. „Wie kann es sein, dass beinahe alle Frauen mindestens ein weibliches Opfer kennen, das sexualisierte Gewalt durch einen männlichen Täter erfahren hat? Aber kaum ein Mann einen Täter kennt?“, fragte die Abgeordnete.

Hier gebe es Handlungsbedarf. „Was passiert, wenn der Bekannte erzählt, dass es neue Programme gibt, mit denen man praktisch eigene Pornos erstellen kann? Was passiert, wenn man in einer Chatgruppe ist, in der man plötzlich solche Aufnahmen erhält?“, gab die Abgeordnete zu bedenken. Schweigen oder stilles Augenrollen seien falsch. „Wir alle müssen den Mund aufmachen“, forderte die SPD-Politikerin. „Denken Sie daran: Egal wie unangenehm vielleicht solche Gespräche sein mögen – es ist nichts gegen das, was das Opfer erfährt“, schloss Hillberg.

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