Pressemitteilung Nr. 19/730 Emken: Essstörungen bei jungen Frauen nehmen zu – schnelle Hilfe und bessere Beratung nötig Pressemitteilung Nr. 19/730 28. April 2026 Die SPD-Fraktion im Niedersächsischen Landtag setzt sich für eine bessere psychosoziale Versorgung von Mädchen und jungen Frauen mit Essstörungen ein und hat dazu am (heutigen) Dienstag einen Antrag in den Landtag eingebracht und beschlossen. „Essstörungen nehmen zu – vor allem bei jungen Mädchen. Das ist eine alarmierende Entwicklung“, erklärt Karin Emken, frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion. „Wir müssen mehr und besser informieren, beraten und ganzheitlicher unterstützen.“ Krankenkassen melden seit 2020 deutlich mehr Krankenhausbehandlungen, gleichzeitig fehlt es an Therapieplätzen. Oft dauert es bis zu sechs Monate, bis Betroffene psychotherapeutische Hilfe bekommen. „Wer so lange warten muss, steht in einer ohnehin schwierigen Lage oft allein da“, so Emken. Die Ursachen dafür sind vielfältig. Genetik, familiäre und psychosoziale Einflüsse, gesellschaftlicher Druck und Schönheitsideale. Dabei entfaltet Social Media zunehmend „toxische Energie“, idealisiert extrem schlanke, unerreichbar perfekte, „Glück und Erfolg versprechende“ Körperbilder und gaukelt die Erreichbarkeit dieses Schönheitsideals durch Disziplin und Kontrolle über den eigenen Körper vor. „Gerade in der heutigen Zeit, in der soziale Medien eine so große Rolle spielen, steigt der Druck auf junge Menschen, einem bestimmten Schönheitsideal entsprechen zu müssen.“, sagt Emken. „Je mehr Zeit in sozialen Medien, desto größer oft die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper.“ Die Corona-Pandemie hat diese Entwicklung verstärkt. Viele junge Menschen waren isoliert und haben mehr Zeit online verbracht, gleichzeitig sind psychische Belastungen gestiegen. Besonders bei Mädchen zeigen Studien mehr emotionale Probleme, die das Risiko für Essstörungen erhöhen. Essstörungen sind schwere Erkrankungen und können gravierende gesundheitliche Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, früh zu handeln. In Niedersachsen gibt es Beratungsstellen, die Betroffenen und ihrem Umfeld helfen, indem sie erste Unterstützung bieten und bei der Suche nach Therapieangeboten helfen. „Diese Angebote sind oft der erste Rettungsanker. Deshalb müssen sie gestärkt werden“, betont Emken. Die SPD-Fraktion bittet die Landesregierung daher, mehr und bessere Beratungsangebote zu schaffen, bestehende Angebote sichtbarer zu machen und die verschiedenen Akteurinnen und Akteure besser zu vernetzen. Außerdem sollen gezielte Konzepte zur Prävention entwickelt und die psychosoziale Beratung langfristig verbessert werden. „Wir dürfen junge Menschen mit Essstörungen nicht alleine lassen“, sagt Emken. „Sie brauchen schnelle Hilfe, verständliche Angebote und ein Umfeld, das sie stärkt.“ Pressemitteilung von: Karin Emken