Pressemitteilung Nr. 19/690 Domeier: Igel und Kleintiere schützen – klare Regeln für Mähroboter Pressemitteilung Nr. 19/690 5. März 2026 Die Fraktionen von SPD und Grünen haben am (heutigen) Donnerstag einen Antrag eingebracht, der Igel und andere Kleintiere besser vor Mäh- und Schneidemaschinen schützen soll. Ziel sind verbindliche technische Standards, klare Einsatzzeiten und mehr Aufklärung für Verbraucherinnen und Verbraucher. Untersuchungen der Stiftung Warentest und des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung zeigen, dass kein getesteter Mähroboter Igel zuverlässig erkennt und stoppt – auch Geräte mit Kamera oder Ultraschallsensoren nicht. Jörn Domeier, verbaucherschutzpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, sagt: „Wir sehen ein ernstes Tier- und Artenschutzproblem. Die Technik schützt Igel nicht ausreichend – also müssen wir klare Regeln setzen.“ Der Handlungsbedarf ist groß: Der Braunbrustigel steht seit Oktober 2024 bei der IUCN als „potenziell gefährdet“ auf der Roten Liste. Die Deutsche Wildtierstiftung ernannte ihn zum Wildtier des Jahres 2024. Wildtierstationen berichten von deutlich mehr Igeln mit schweren Schnittverletzungen. Begleitet wird die parlamentarische Initiative von einer Petition für ein landesweites Nachtfahrverbot von Mährobotern in Niedersachsen, die 6.663 Menschen unterzeichnet haben. Sie fordert, automatisierte Geräte zwischen 18:00 Uhr und 7:00 Uhr nicht zu betreiben. Der Antrag fordert daher bundeseinheitliche Vorgaben für den Betrieb von Mährobotern und anderen motorisierten Gartengeräten. Dazu gehören zeitliche Beschränkungen, vor allem in den Abend- und Nachtstunden. „Igel sind nachtaktiv und fliehen nicht. Sie rollen sich ein – und genau das wird ihnen zum Verhängnis“, so Domeier. Zudem soll die Landesregierung sich auf Bundes- und EU-Ebene für verbindliche technische Standards einsetzen. Neue Geräte sollen lebende Hindernisse erkennen, automatisch stoppen oder ausweichen. „Hersteller müssen ihre Produkte so bauen, dass sie Tiere zuverlässig schützen. Das ist eine Frage des Respekts vor dem Leben“, betont Domeier. Geplant sind außerdem Warnhinweise auf den Geräten, ein mögliches Produktsiegel „Wildtierfreundlich“ sowie ein europaweit einheitliches Testverfahren für igel- und kleintiersichere Mähroboter. Domeier fasst zusammen: „Wir können unsere Gärten pflegen und gleichzeitig Igel schützen. Dafür brauchen wir bessere Technik, klare Vorgaben und mehr Bewusstsein. Artenschutz beginnt direkt vor der Haustür.“ Pressemitteilung von: Jörn Domeier