Pressemitteilung Nr. 19/858

Bratmann: Brauchen in Niedersachsen kein norddeutsches Stuttgart 21

Pressemitteilung Nr. 19/858

Die SPD-Fraktion im Landtag sieht die Einigung im Bundestag auf den Bau einer neuen Bahntrasse zwischen Hamburg und Hannover kritisch. „Mit den aktuellen Plänen drohen große Teile Niedersachsens über Jahrzehnte zugunsten eines vagen Zukunftsversprechens weiter abgehängt zu werden“, sagte der SPD-Verkehrspolitiker Christoph Bratmann am (heutigen) Mittwoch. „Wir brauchen kein norddeutsches Stuttgart 21, sondern eine Sanierung mit Realismus, Augenmaß und Blick auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort“, erklärte der Landtagsabgeordnete.

„Wer mit der Bahn in Niedersachsen unterwegs ist, erlebt laufend die Folgen überlasteter Strecken und veralteter Infrastruktur. Hier besteht dringender Handlungsbedarf und keine Utopien einer Schnellstrecke in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts“, so der SPD-Politiker.

Zwar würde Berlin kurzfristige Verbesserungen der Bestandsstrecke und bei der Neubaustrecke mehr Lärmschutz und eine Umfahrung des Mahnmals „Rampe Bergen“ in Bergen-Belsen versprechen. „Beim Ausbau der Bestandsstrecke warten die Menschen in Niedersachsen bereits seit Jahren auf die überfällige Umsetzung von Bahn-Versprechen. Dasselbe gilt für den – Neubau hin oder her – dringend nötigen Ausbau der schon jetzt völlig überlasteten Hauptbahnhöfe in Hannover und Hamburg. Doch selbst wenn die Bahn die Zeit- und Kostenpläne dieses Mal tatsächlich ansatzweise eingehalten werden würden, würde es Jahrzehnte und viele Milliarden brauchen, bis die ersten Züge fahren“, betonte Bratmann.

„Der Bund steht nun in der Pflicht, die versprochenen Verbesserungen am Bestandsnetz mit verbindlichen Zeitplänen und einer Finanzierung zu unterlegen und gemeinsam mit der Bahn für zusätzliche Kapazitäten deutlich vor Fertigstellung der Neubaustrecke zu sorgen“, schloss Bratmann.

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