Pressemitteilung Nr. 19/877 Prell: Wer Pflegekräfte halten will, muss ihnen eine gute Ausbildung bieten Pressemitteilung Nr. 19/877 8. Oktober 2026 Wer einen Pflegeberuf lernt, trägt früh große Verantwortung. Umso wichtiger ist es, dass Auszubildende im praktischen Einsatz erfahrene Pflegekräfte an ihrer Seite haben. Mit dem am (heutigen) Donnerstag eingebrachten Entschließungsantrag wollen SPD und Grüne deshalb die Pflegeausbildung in Niedersachsen weiter stärken und zugleich auf die neuen Anforderungen im Pflegeberuf reagieren. „Für die dreijährige Pflegeausbildung ist Praxisanleitung gesetzlich vorgesehen und finanziert. Zehn Prozent müssen auch zehn Prozent sein. Diese Zeit muss im Ausbildungsalltag auch tatsächlich bei den Auszubildenden ankommen“, sagt Andrea Prell, pflegepolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion. „Pflege lernt man nicht nach dem Prinzip ‚Mach mal‘. Wer zum ersten Mal eine schwierige Pflegesituation erlebt, braucht jemanden, der erklärt, begleitet und anschließend gemeinsam auswertet. Auszubildende sind Lernende und keine zusätzlichen Arbeitskräfte.“ SPD und Grüne wollen deshalb gemeinsam mit Pflegeschulen und Ausbildungsträgern klären, was eine verlässliche Praxisanleitung im Alltag bislang erschwert. Auch in der neuen Pflegefachassistenzausbildung soll die praktische Anleitung verbindlich gesichert werden. Gleichzeitig soll Niedersachsen Angebote stärken, die Auszubildende unterstützen, wenn während der Ausbildung Probleme entstehen. „Gute Ausbildung entscheidet mit darüber, ob Menschen ihren Abschluss schaffen und anschließend in der Pflege bleiben“, erklärt die SPD-Politikerin. „Wir müssen nicht nur dafür werben, dass sich mehr Menschen für diesen Beruf entscheiden. Wir müssen auch dafür sorgen, dass sie ihn unter guten Bedingungen erlernen können.“ Der Antrag nimmt zudem die Ausbildungsangebote in der Fläche in den Blick. Rehabilitationskliniken und -zentren sollen stärker in die praktische Ausbildung einbezogen werden können. Das kann gerade im ländlichen Raum helfen, wohnortnahe Ausbildungswege zu erhalten. Zugleich verändert sich der Pflegeberuf selbst. Pflegefachpersonen erhalten mehr eigenständige Kompetenzen. Dafür braucht es klare Regeln, verlässliche Qualifikationen und Rechtssicherheit. Auch die hochschulische Pflege soll deshalb weiter gestärkt werden. „Pflegefachkräfte können und wollen mehr Verantwortung übernehmen. Dann müssen wir ihnen aber auch die passenden Qualifikationen und beruflichen Perspektiven bieten“, so Prell. „Wer Pflege dauerhaft stärken will, muss bei den Menschen anfangen, die diesen Beruf lernen und ausüben.“ Pressemitteilung von: Andrea Prell