Pressemitteilung Nr. 18/731

Modder: Erinnerung an NS-Verbrechen darf auch in Krisenzeiten nicht in Vergessenheit geraten

Pressemitteilung Nr. 18/731

Am 8. Mai 2020 jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 75. Mal. Auch wenn die Corona-Pandemie derzeit omnipräsent sei, dürfe der Kampf gegen Gewalt, Antisemitismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit nicht ruhen, mahnt die Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion in Niedersachsen, Johanne Modder: „An diesem Tag der Befreiung gedenken wir der Opfer des Zweiten Weltkriegs und der Menschen, die durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft zu Tode gekommen sind. Die Taten, die zwischen 1933 und 1945 geschehen sind, dürfen zu keinem Zeitpunkt vergessen werden, sondern müssen Mahnung für die Gegenwart und Zukunft sein!“

Über 60 Millionen Menschen starben als Opfer des Weltkrieges, mehr als 6 Millionen europäische Juden, Roma und Sinti wurden ermordet. „Der europäische Kontinent lag in Schutt und Asche. In der deutschen Geschichte stellt der 8. Mai 1945 einen tiefen Einschnitt dar. Dabei zeigt dieser Tag zwei verschiedene Seiten der gleichen Medaille auf: Einerseits gilt er als Tag der Befreiung, als Sieg über den Nationalsozialismus, als Beginn des Wiederaufbaus. Anderseits ist er eine grausame Mahnung dafür, was passiert, wenn Menschenhass, Rassismus und Antisemitismus das politische und gesellschaftliche Weltbild leiten und wenn aus Worten Taten werden“, so Modder weiter.

„Nie wieder dürfen solche Grausamkeiten und Gräueltaten einen Platz in unserer Welt finden!“, erklärt die Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion. „Die aufkeimenden Tendenzen von Rassismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft müssen wir schon im Keim ersticken. Die Erinnerungen an den Nationalsozialismus dürfen auch nach 75 Jahren und in Krisenzeiten nicht verblassen! Je weniger Zeitzeugen aus eigener Erfahrung die furchtbaren Erlebnisse schildern, desto wichtiger ist es, diese Schilderungen als Mahnung zu erhalten und sich immer wieder vor Augen zu führen oder in Erinnerung zu rufen.“

Gleichzeitig müsse man auch 75 Jahre nach den Befreiungen zahlreicher Konzentrationslager feststellen, dass Krieg und Gewalt kein Relikt des vergangenen Jahrhunderts, sondern in Teilen der Welt weiterhin Alltag sind. Auch wenn gerade junge Menschen in Europa den Krieg nur aus den Geschichtsbüchern oder Dokumentationen kennen würden, so Modder, müsse man nur einen Blick über den Tellerrand wagen und sehe weiter katastrophales Leid. „Als Europäerinnen und Europäer haben wir die Verantwortung, dafür einzutreten, kriegerische Auseinandersetzungen zu unterbinden und insbesondere Schutzsuchenden Asyl und Zuflucht zu gewähren – das ist nicht nur eine humanitäre, sondern auch eine historische und unsere menschliche Verantwortung!“, betont die SPD-Fraktionsvorsitzende.