Pressemitteilung Nr. 19/790 Margraf: Schulabsentismus braucht Hilfe statt Härte Pressemitteilung Nr. 19/790 25. Juni 2026 SPD und Grüne in Niedersachsen wollen junge Menschen mit Problemen beim Schulbesuch besser unterstützen. Einen entsprechenden Antrag brachten die regierungstragenden Fraktionen am (heutigen) Donnerstag in den Landtag ein. Kernforderung ist eine Abkehr von Bußgeldern und Arrest als Strafe für Schulabsentismus und eine Hinwendung zu mehr Hilfsangeboten. Der Antrag wird nun im parlamentarischen Verfahren behandelt. Die SPD-Landtagsabgeordnete Karola Margraf verweist darauf, dass hinter Schulabsentismus in der Regel meist etwas ganz anderes steckt als schlichtes Schwänzen aus Unlust. „Oft stehen psychische Belastungen, Mobbing, familiäre Krisen, Armut oder gesundheitliche Probleme hinter dem Fehlen. Wenn wir diesen jungen Menschen helfen wollen, müssen wir die Ursachen bekämpfen – nicht die Symptome“, sagt die SPD-Politikerin. Im Jahr 2024 führten laut Landesrechnungshof 3177 Bußgeldverfahren wegen Schulpflichtverletzungen in 492 Fällen zu Jugendarrest. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 335 schulabsente Schülerinnen und Schüler in niedersächsischen Jugendarrestanstalten betreut. Für Margraf zeigen diese Zahlen den Handlungsbedarf: „Jugendarrest kann engagiert und professionell durchgeführt werden, er löst die Ursachen von Schuldistanz in aller Regel nicht. Wer den Anschluss an die Schule verloren hat, braucht verlässliche Beziehungen, individuelle Begleitung und neue Perspektiven“, so die Abgeordnete. SPD und Grüne fordern ein Landesverfahren nach dem Prinzip „Hilfe vor Sanktion“. Erfolgreiche Modelle sollen ausgerollt werden. Margraf verweist auf bereits bestehende Angebote, Jugendwerkstätten, die vom Land gestärkte Schulsozialarbeit und multiprofessionelle Teams. „Wir wollen kein Kind wegen Angst, Überforderung oder schwieriger Lebensumstände verlieren“, betont Margraf. „Unser Ziel ist ein Niedersachsen, das junge Menschen zurück in Bildung und Teilhabe führt. Deshalb setzen wir auf Unterstützung statt auf Eskalation“, erklärt Margraf. Pressemitteilung von: Karola Margraf